2. ged. zur rev. - ausgangssituation (*gr // Dienstag, 1. Juli 2008, 16:39)

die teilnahme beginnt mit der erfassung der einzelnen "künstlerpersönlichkeiten". folgende hürden müssen wir schrittweise nehmen:

1. erfassung: die fragen des eingabeformulars, das von jedem bewerber auszufüllen ist, geben die richtung der selbstpräsentation vor und eine idee davon, was relevant ist und was nicht. als teilnehmendes subjekt tragen wir die gruppe ein, mit geburtsdatum. keine einzelnamen. die biographie umfaßt bisherige arbeiten der gruppe, mit bunten bildchen. das arbeitskonzept enthält eine skizze, die schnell hingezeichnet wirkt (oder wirken soll?), aber in photoshop aus vielen einzelskizzen zusammengesetzt ist. die bebilderung von allem nahm mit einigen stunden einen unangenehm großen anteil der für die einreichung aufgewendeten zeit in anspruch.

2. normierung: die biographien der einzelnen gruppenmitglieder müssen nachgereicht werden. wir machen es so kurz wie möglich.

3. normierung: in den biographien fehlen die daten der jeweiligen studienzeiten, die dem leser ermöglichen zu beurteilen, ob ein studium abgebrochen oder verschleppt wurde. wir reichen sie nach.

4. erfassung: in der kontaktliste, die alle telefonnummern der teilnehmer enthalten soll, steht nur name und nummer eines gruppenmitglieds. wir werden gebeten, die liste zu vervollständigen. wir vervollständigen die liste.

5. korrekturen: der name eines gruppenmitglieds ist auf der internetseite falsch geschrieben, das eingereichte konzept unerwarteterweise veröffentlicht. wir bitten um korrektur und kürzung. wir schließen aus der abwesenheit von text bei den meisten anderen teilnehmern, das jeweils nur ein bild der auszustellenden arbeit geschickt wurde. niemand schreibt gern über das, was er vorhat oder tut, das schreiben ist verräterischer als bilder, die zwar über das eigene handeln auch nichts erzählen, aber es wenigstens gar nicht erst versuchen.

bis zu diesem punkt ist das bemühen um eine rasterung der teilnehmer erkennbar. es werden "natürliche", also personal identifizierbare personen produziert, die aber in kurzbiographien vereinheitlicht werden. die einzelne erreichbarkeit jeder einzelnen person durch jede andere unterläuft gruppenhierarchien oder -repräsentationen und dient möglicherweise der vorbereitung der (potentiellen) "vernetzung" von jedem mit jedem. worauf beruht dann aber diese vernetzung, wenn die vorhandenen (selbst-)beschreibungen weder dicht noch eigen sind?

erst einmal herrschen: anfüttertechniken. die veröffentlichung der erfaßten daten im internet richtet sich an ein publikum oder die teilnehmer? es heißt dort: "Kommt hin und wieder hier vorbei um alle kennen zu lernen." der angeblich kommunikative raum internet wartet vorerst mit einem sehr dürftigen "kennen" und "lernen" auf. wie wird sich der ausstellungsprozeß selbst dazu verhalten? wie selbstorganisiert wird er sein, welchen mustern, vorgegeben oder habitualisiert, wird er gehorchen? innerhalb des darstellungsrasters im netz müßte man recht virtuos aufspielen, um die selbstpräsentation auf ihre form transparent zu machen.

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