eichendorff/schumann - in der fremde











Comment by Daniëlle Schut on April 20, 2009 at 1:04pm I'm going with alot of other fans in Juli to Hamburg 'cause then the girls wanna attack the best friend of Tom & Bill --> Andreas. They have planned something and mii and my girls are going to Hamburg to make it stop!!

Comment by Melanie Hernandez on April 21, 2009 at 12:30pm I don't know why they would do this? What kind of sick mind does this stupid crap?You must really hate someone to attack their mother, friends, vandalize their vehicles and threaten to give a 'small nightmare'. I give Tom 783465939878734 kudos for punching that bitch in the face! She deserved it! >=[ Ich Hasse Les Afghanes on tour!! I hope someone catches them and sentences them to death. Ok thats a little too much but not for me I dn't care how long they spend in prison. I hope its for a long time. But since they haven't killed anyone(Yet, and hopefully never), it probably won't be for so long.

Comment by Franziska Althaus on April 21, 2009 at 2:29pm I live in germany and the newpapers and tv news were on the blink, tom was the bad guy, the "pooor" girl... fuck it! But is it' s true with the mam&& so one?? 'cause some german lawyer said that tokio hotel didn't make a charge against the girls....i don't know! please don't go overboard!!! but don't think that i don't hate those girls...they're fuckin bitchs...! TOKIO HOTEL NEEDS THEIR PRIVACY, TOO!!!! But hwta' s that thing in hamburg? please call me, when it' s planned, i'm in hamburg a week this year... perhaps it' s the time...i'm worry abaout the healthiness of tokio hotel...! liebe grüße...bzw cheers






präsident schreber


Eine sichere Voraussage, was aus mir werden wird und in welcher Weise es etwas möglich sein wird, den weltordnungswidrigen Zustand, in welchem sich Gott in Folge der Anziehungskraft meiner Nerven anscheinend der ganzen Erde gegenüber befindet, dereinst wieder in weltordnungsmäßige Bahnen zurückzuleiten, ist natürlich unmöglich. Es handelt sich um eine Verwickelung, für die nicht nur alle Analogien aus der menschlichen Erfahrung fehlen, sondern die auch in der Weltordnung selbst niemals vorgesehen gewesen ist. Wer möchte sich daher einem solchen Verhältnisse gegenüber in haltlosen Vermuthungen für die Zukunft ergehen? Sicher ist für mich nur eine Negative, nämlich die, daß es niemals zu der von Gott beabsichtigten Zerstörung meines Verstandes kommen kann. Über diesen Punkt bin ich mir, wie bereits oben (Kap. XX) ausgeführt worden, seit Jahren vollständig im Klaren und damit ist für mich die Hauptgefahr, die mir im ersten Jahre meiner Krankheit zu drohen schien, beseitigt. Denn was kann es für einen Menschen, zumal für einen in so vielen Richtungen hochbegabten Menschen, wie ich es zu sein ohne Selbstruhm von mir behaupten darf, Entsetzlicheres geben, als die Aussicht, den Verstand verlieren zu müssen und im Blödsinn unterzugehen? Alles, was mir sonst etwa bevorstehen mag, erscheint mir demgemäß mehr oder weniger nebensächlich, nachdem ich durch jahrelange Erfahrung die sichere Überzeugung erlangt habe, daß alle Versuche in dieser Richtung im Voraus zur Erfolglosigkeit verurtheilt sind, insofern die Weltordnung auch Gott selbst nicht die Mittel an die Hand giebt, einem Menschen den Verstand zu zerstören.

Dr. jur. Daniel Paul Schreber, Senatspräsident beim Kgl. Oberlandesgericht Dresden a. D.: DENKWÜRDIGKEITEN EINES NERVENKRANKEN. Bürgerliche Wahnwelt um Neunzehnhundert, mit einem Frontispiz, 385 S., Einband angestaubt, mit leichtem Kellergeruch, sonst sehr gutes Exemplar, Original-Broschur.

Was die Gestaltung meines Lebens bis zu meinem etwaigen Tode betrifft, so glaube ich eine gewisse Verbesserung meiner äußeren Lebenslage, Aufhebung der Entmündigung, Entlassung aus der hiesigen Anstalt u. s. w. innerhalb angemessener Zeit ohne besondere Schwierigkeiten erreichen zu können. Der Erkenntniß, daß, was es auch immer mit meinen "Wahnideen" für eine Bewandtniß haben möge, man in mir jedenfalls nicht einen Geisteskranken von gewöhnlichem Schlage vor sich habe, werden auch andere Menschen auf die Dauer sich nicht entziehen können.






giulia in love ? !






These fragments I have shored against my ruins






"bitte keine unterwerfungsgesten jetzt, ja?"






er sucht noch die sichtweite






a sei voci







zwei stecker schmerz, auf denen mein kopf sitzt und dir zuschaut: stromnetz, ins weiße geworfen, zeigt es das bild: war mal ein fisch. hatte mal gräten. kam nicht zur ruh.

kam, kam. kam nicht zur ruh.






search requests, follow ups, wird schon


was machst du zu hause was ist ein komplexes individuum? diebstahlgeschichten

das schaufenster des ladens über die straße sagt in großen lettern: "work is one inescapable imperative". jemand hat mein portemonnaie gestohlen, während ich tanzte. aber ich habe glück und es wieder. nur das geld fehlt. auf den dächern singen die vögel, das schaufenster gegenüber sagt: "the other is love".

wenn ich mir vorstelle, wieder ein junge zu sein, verschwinden die schmerzen zum teil, bis ich merke, dass ich dieser junge nie war, den ich mir vorstelle.

a. schreibt: sie hat ein monster gesehen.






lehrjahre sind keine herrenjahre






sammlung jahreswechsel


schreiben im kopf schreibt die sätze weg, unwiederholbar nach ihrem klang, dem ersten schrei: gesang. später sind sie müde, abgestanden, riechen muffig. meine mutter meinte immer zu altem mineralwasser: schmeckt wie eingeschlafene füße. solche sätze, müde verse, wenn ich sie einholen will auf ihrer duftspur.

was ist denn das für eine übung, dann und nur deswegen nicht zu schreiben im kopf, um die sätze nicht zu verbrauchen, nicht nutzlos geschrieben (mich geschraubt) zu haben jenseits der saugkraft des papiers, sie nicht ins lesen geworfen zu haben (papierschiffchen) sondern nur in die luft, in der sie immerhin klingen können? den klang aufhalten, ihn feststellen... das geht nicht. zu viel offenheit bringt er mit auf die welt.

und nirgends dicht ist mein kopf, diese fingerkuppe gottes (wenn ich lange genug auf den himmel gezeigt habe, müdfüßig, schaufelt sie auf mich, auf mein letztes papier schreib ich meinen namen: rose), und wäre er es nicht, wie könnte ich die sprache hören, so wie sie klingt bei Ihm?

so soll sie klingen in deinem kopf, liebste, ich möchte meine löchrigkeit halten gegen deine, meine unrichtigkeit an deine brust legen und spüren, wie sie entlanggehen zwischen unseren häuten: die füße der verse, noch ganz feucht vom auf-die-welt-kommen-wollen. dies gesagt: wie hol ichs ein? wie triffts mich von hinten oder wann - unterm lindenblatt dann, dem einen, dem feinen, dem reinweißen kleinen gebügelten dann?






Weihnachten häufen sich die Drohungen, Scheinspiegel, die so gut funktionieren, weil sie sind, wie ich gern werden wollen soll, sollen darf, dürfen kann, können muß.

Vergessen Sie nie mehr die Zeit.

Jesus Christus.






ich bin keine firma, mit flachen hierarchien. ich bin mein arbeitsmarkt, ansonsten wert: nichts.






pass bloß auf, wenn du es weiter so treibst, schmeißt du dich irgendwann raus.






"man darf die erprobung der freude nicht so lang aufschieben."






mit dem älterwerden immer stärker das gefühl, ich müsse ständig entscheiden, wer ich bin, statt einfach ich zu werden. daher die verspannungen. kann man sich gegen das entscheiden entscheiden?






this is not it, at all






beckett - anders und gleich


Elles viennent autres et pareilles avec chacune c'est autre es c'est pareil avec chacune l'absence d'amour est autre avec chacune l'absence d'amour est pareille

they come different and the same with each it is different and the same with each the absence of love is different with each the absence of love is the same

sie kommen anders und gleich mit jeder ist es anders und gleich mit jeder ist das fehlen der liebe anders mit jeder ist das fehlen der liebe gleich






und die verletzten beißen die wunden






Ein Psalm Davids, von den Rosen, vorzusingen.


Gott, hilf mir; denn das Wasser geht mir bis an die Seele.






ach, geh tanzen.






wie lange bin ich jetzt schon tot, wann fing das an mit dem totsein und wann hört das anfangen auf, mit dem alleinsein, hört es damit auf dann oder ist es der schatten des kommenden, meines gehens, das mir auf die zehenspitzen fällt so schmerzlos, so federweich. mit schattigen knien auf der bettkante sitzend, mit blättriger stirn am fenster eine pappel sehe ich mich stolpern aus dem haus und hinein, um mich rum dann und wann.

wann hört das auf mit dem anfangen aufhören wollen, wann hört das wollen auf und fängt an, was danach käm, wann fallen die blätter. ich dreh mich im kreis, ein wirbel aus zu bewohnbarem denken, bin ich dieses drehen, nicht mehr gewohnt noch, nicht mehr. als ich noch ging in das anfangen, davor, eh sich das gehen ins drehen hinein aufhörte der pappel am fenster, auf dem knie, wie lange bin ich jetzt schon tot.






endlich mit dem anfangen aufhören






das mauerläufertum






eine entlaubnis






wer sucht mich?






nichts. warten. nirgendwo. wieso?






wohin wendest du dich weg, welche stelle trittst du tot, in welcher sackgasse schlägst du dein lager auf.






die angst sucht sich ihre form, geometrischen tanz. alle, die sie sind, sprechen wahr.










großzügiger sein in allen bereichen. nicht verschwenderisch.






eine schrumpfgeschichte:






eine einsamkeitskulisse






verwische die spuren






die welt ist ein nachspiel.






professor kuby lehnte es ab, im sitzen oder stehen zu sprechen, und hielt seine vorlesungen während ausgedehnter wanderungen durch straßen, kaufhäuser und kanalisation. die studenten mußten neben ihm herlaufen, was sie, da professor kuby recht forsch ausschritt, gerade während der vorlesung "modelle für diffuse reflexion mit entfernungsberücksichtigung", in der professor kuby so oft überzog, regelmäßig außer atem brachte, die kurzbeinigen unter ihnen jedenfalls.






und wissen, was zu schreiben ist im netz und was nicht. dieser ort ist nur eingang in eine maschinelle leere, eine weiße weiche, die sich ins endlose gabelt. was hier geschrieben wird, gebell, führt in diese leere und nie aus ihr hinaus.






ja ja, siebte elegie






31.8., wien


diese enorme schwierigkeit, beim sprechen die kontrolle abzugeben. dieses subjekt loszuwerden, das gerne das sein will, was spricht, das urheber sein will, herrscher. laß mich doch in ruhe, du scheiß subjekt! eine offene sprache läßt sich über die körperlichen werkzeuge kurzzeitig einstellen, aber sobald es an den sinn geht, schließt sich die öffnung sofort. diese bedürfnis, zu wissen, was man sagt, das das erkennen des gesprochenen verhindert. jeder satz müßte wie aus einem medium kommen, er geht durch den körper hindurch, steigt aus dem boden auf und verläßt den mund nur am ende einer passage, nicht als aussage, sondern als durchsage.

dazu: auch die intimsten beschreibungen noch als formulierung von arbeitsaufgaben lesen.






25.8., wien


sollbruchstellen, lese ich, einfügen in das eigene leben, einfugen, verbauen, künstliche brüche heben, dieses natürliche unnatürlichsein, furchtbar, diese liebe, diese... was? was ist das, was war das, was will das werden?

und das mißtrauen, das verfolgen, das hinterherspionieren, das habenwollen, das fesseln. diese faust im nacken. diese nackte faust.






23.8., wien


auf und ab. heute mehr verspannung, leichter watt auf dem ohr. klagemail geschrieben an f., das hat ihn nach vorn geholt, den streß, scheint es. draußen nach dem obstkaufen wieder ein glück über die schönen sachen. auf und ab. der selbstbezichtigungsbrief an die frau ist als "empfänger unbekannt" heute zurückgekommen, nach fast einem monat. es spielt aber eigentlich keine rolle, daß sie ihn gar nicht bekommen hat. er war geöffnet gewesen, sieht man am verschluß hinten - zurückgelegt nach dem lesen? von wem, von ihr? kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, das wäre nicht ihre art, aber was weiß ich eigentlich über "ihre art". aber oder wer war da neugierig?

unkonzentriert, motivationslos. ach verdammt.






19.8., wien


wieder geträumt am morgen. bis jetzt ist der hörverlust auf dem rechten ohr kaum wahrnehmbar: es scheint fast überwunden zu sein. einen monat also habe ich gebraucht, um das streßbündel soweit zu überwinden, daß wenigstens meine "grundfunktionalität" wieder gewährleistet ist. was es heißt, daß die bedingungen zur funktionalisierung des eigenen systems zwingen, steht natürlich auf einem anderen blatt.

das erstaunliche daran ist, wie sich die überbelastung durch den körper spannt. emotional kam ich ja über weite strecken gut zurecht, begrüßte auch die zusammenbrüche daheim als reinigung. niederschlug sich der streß aber entlang der verspannungslinie rechts neben der wirbelsäule und strahlte von dort ins ohr, wie ich ja entgegen ärztlicher überlegungen von anfang an spürte. der hörverlust kommt vom streß, die verspannunglinie selbst aber ist auch verbunden mit fehlhaltungen, den hervorstehenden überbelasteten wirbeln im oberen lenden- und im brustbereich. daran muß ich arbeiten, versuche ich schon. der streß selbst produziert aber an einer solchen physischen "sollbruchstelle" binnen einigen tagen eine immense verwerfung, die gefahr läuft, sich selbst zu reproduzieren, wenn ihr nicht entgegengearbeitet wird. ohne hilfe, ohne liebe und vertrauen von anderen wäre das nicht zu bewältigen gewesen. aber was ist schon überhaupt ohne dies zu bewältigen?






18.8., wien


am morgen ein glückstraum gehabt von einem knoten, der platzte. im szenario war ich ein lehrer und der befreite ein schüler, dessen stimme - gelöst von fesselung - sich in großer schönheit weit in den raum schwingen konnte, so daß er erst als körper erschien. ich war so glücklich über diesen sprung, daß ich ihn umarmte und mich fast von ihm tragen ließ. mit diesem glück wachte ich auf, und mit großer erleichterung. dazu das gefühl, auf der rechten kreuzseite würde etwas fehlen von der ballung, die meine muskeln befallen hat. zwar ist der tinnitus auf dem rechten ohr noch nicht fort und auch sonst noch genügend verspannung übrig, aber vielleicht besteht ja jetzt grund zur hoffnung?

es war sicher auch ein traumknoten, der platzte, denn die letzten wochen, seit der rückkehr nach wien, waren traumlos, wogegen ich in finnland so lebhafte träume gehabt hatte. sollte ich mir das träumen, das wenden der sorgen, jetzt endlich wieder erlauben? dann wäre das grund genug, um zu hoffen.

sicherlich war das gestrige abendessen zur feier der magistrierung und die rede von meinem vorhaben und die wertschätzung und all die zuneigung ein auslöser. laß es so bleiben, denke ich, laß es so bleiben. nun beginne.






16.8., wien


nun, da das wiener konzept - glücklicherweise! - abgelehnt wurde, besteht nur noch ein geheimhaltungsgrund, der gedanke an die spur des lesens meiner verschwundenen frau auf dieser seite, den ich nicht ertrage. nichts soll erfahren von mir, die sich wegzog von mir, nichts erfahren von dem frieren, der taubheit, die dieser zug erzeugte. andererseits liegt der schatten ihrer abwesenheit auf meinem schreiben, das sich erst regt in diesem schatten, als wäre die sonne lähmend gewesen, die sie war. was ist das für eine sonne, die lieber für sich scheinen will? war ich fast verdorrt? wie kann etwas schatten werfen, daß nicht mehr da ist? dieser schatten ragt aus dem, was war, wahrscheinlich, er zieht sich zurück, je weiter ich wegsterbe vom totsein. ob es nun heller wird oder dunkler... es ändert sich nur die farbe des lichts, das überall scheint. sie war eine linse, eine brechung, sicherlich. keine sonne. insofern wäre es kein fehler gewesen, ihr wasser zu geben. war sie eine mühle oder was war das, ein aufderstelletreten? auseinandergetreten nun, wird das gemeinsame verdächtig, nie mehr gewesen zu sein als ein schattenspiel, eine plättung. so liegt mein verdacht auf mir, liegt auf dem ohr wie die angst vor dem, was da kommt, das dunkel, in das der sprung führt.

jeden tag, seit sie mich verlassen hat, ändert sich mein bild von dem ganzen und dem schlamassel, der ich gerade bin. das ist natürlich gut, so eine zone beschleunigter erfahrung, vor allem in verbindung mit der vielen arbeit, einerseits. andererseits schlägt natürlich immer wieder das alleinsein ein loch in die kunststoffplane, die vor dem größeren loch hängt, das jetzt in meinem leben ist, das sich um ein loch dreht, das freilich noch viel größer ist. da kann einem schon schwindlig werden. nicht, daß ich angst hätte, hineinzufallen - das loch in der kunststoffplane wird nie so groß, daß ich hindurchgehen könnte, und selbst das loch dahinter ist 20 cm kleiner als ich -, es ist nur die lust am hineinschauen in diese lochgeschichte, die den rest von mir anschwindeln mag und es natürlich schafft - es war immer die lust, die sich mit der angst um meine reißleine stritt.






bruchzeit


dieses ganze geschreibe zusammenfassen? wie das zusammen fassen, was von beginn an zerfallen war. aber die sehnsucht ist da. vielleicht sagt die aber auch nur: verwerten das, was da abgelegt wurde, damit es nicht verschwindet im vergessen. denn schreiben wäre ja: gegen die zeit gerichtet. und so käme es zu seinem recht.

das pommerland ist nun geschlossen. ich weiß nicht, ob noch jemand mitlesen kann außer mir. ist es wichtig? wie wichtig ist die fiktion einer öffentlichkeit, die mich vom papier fernhält, weil der mitteilungsgestus, die beschreibung für einen imaginären leser, eine leserin? erst die gedanken ordnet in worte, in sätze. natürlich in der größenordnung, diese zeichenhäufchen in der weite weiß, ein überflüssiges unterfangen, oder: unterflüssig, weil nicht auf dauer gesetzt, kein anschreiben gegen den strom, sondern nur ein absondern, ein hineinpinkeln ab und an. eine urinschrift.

aber du, fiktiver leser, leserin? welche rolle spielst du dabei. das stumme lesen, das stumme schreiben. diese unzureichung, die nur ein spiel möglich macht, vor dem die zunge versagt, sich verbiegt angesichts fremder ohren oder eines zusammenhangs, der die poesie nur als anhängsel, unterschübsel, als rest von phantasie, zuläßt. diese spracharmut, wutarmut im alltäglichen reden, das selten ein reden über sein darf, sich in der selbstgenügsamkeit kommunizierender röhren erschöpft und schnell einschläft, um - wer weiß - nie wieder aufzuwachen. oder, ohne antwort bleibt. ohne antwort. also du, dem schreiben zugewandte sehnsucht, sehnsucht? welche rolle spielst du dabei.






schon ganz vergessen gehabt: ich hab ja mal gedacht. ich hab ja mal gearbeitet. ganz getötet gewesen, ganz gestorben in ihr.






aber das schweigen


die sprechende oder schreibende leere lesen oder hören, die augen aufhalten mit folterzangen? hat dieser hohlraum die form einer frau oder ist das nur der schatten der liebe. all die muster im koffer, modelle und verträge, besitzanzeigende fürwörter im gepäck, im bauchbeutel: mein, dein, unser, für nichts. unterleibssätze, eigentumsfragen, brauchtumsgesten, brustbaumschütteln in der leere zwischen für und wider. wieder und wieder. wie müde machend. wie wach. dieses steigen und fallen, dieser wurf ins leere, das alte wort dafür, keinem gehörend: ach.






große probleme mit der demut. große probleme. große probleme mit dem schreiben. auch.






alles sehen sucht der satz






welche ruhe welchen frieden






ein schwanz geht um die welt






staubwischen in der druckkammer






macht sie das maul auf






mein leben als kurbel.






.


immer wieder peinlich berührt von der eigenen ernsthaftigkeit, der unvermeidbaren. die scheinbar souveräne ironie anderer nur scheint spätestens nach drei fragen sich in den zynismus verwandelt zu haben, der sich selbst schon lange keine chance mehr gibt, etwas anderes werden zu können als der selbstverliebte ekel vor dem eigenen mitläufertum. dann schon lieber die ahnungslosigkeit, der immerhin noch ein paar türen offenstehen.






cees nooteboom - das schwarze gedicht (1960)


Jetzt ist er nichts mehr er steht auf den Händen in der Erde den Spiegel zwischen den Zähnen

das Gedicht, das an ihm schabte hat er gesagt es ist keiner erschrocken

nur von innen picken die langsamen Schnäbel weiter nur von innen picken die langsamen Schnäbel weiter






oniks / yakhont / bolid


daß es dafür auch noch ein wort gegeben haben sollte, das die mauer licht übersprang die mauer schall, diese grenzfläche ablenkung asymptotischen nichts, sollte es ein wort gegeben haben für: haut und wie sie in die welt sich faltete um ein wort wie: ich ein faltengebirge ein geknülltes blatt papier die beschreibung versuchend auf dem flug vom schreib-tisch tafelberg in den ab-fall, daher wohl das bild der hand auf dem fasernetz, ihr abdruck am beginn des schreibens noch ganz spürbar, verschwindet flugs im fall-wind gegendruck des raums, lustlos das maß zu halten gegen die maßlosigkeit ringsum und ein zusammengefasertes, das sich nicht auflöst in schreib-versuchen, kein mittel der lösung ätzt auf der flugbahn eine spur in die luft woher hat sie die grammatik? fingerabdrücke auf dem papier, holzfaserhämatome mondgleich in der nacht auf der anderen seite der schallgrenze licht: eine kuppe, ein nagel, eine kriegsverletzung, ein kriegsverletzer, eine nadel, ein kopf. dazwischen zu fliegen: mehr recht als schlecht, ist schon mehr als trajektor und noch weniger als nichts, nicht das rollen der münze zwischen ihren seiten und um sie herum, eher der übergang vom hören zum sehen, frequenzschwelle ohne einen ort in der welt, sie ist ja: in der luft. weiß gott wo sie hin will.






materialabwurf nov/dez 2005


#121105# frühaufstehen

schwaches pilzgeflecht im innenraum

transparenz auf intransparentes

späte 90er: im strippoker verlieren

überteuerte handschuhe bei c&a

dummrumstehen, heimgehen

bettangst

beim zähneputzen: ficken macht gottlos.

alte ordnungssysteme, neue ordnungssysteme, schaff-er-mir-das-aus-den-augen-systeme.

mein konto bei der langen bank.

"liebe die heimat und ihre sitten, so mußt du nicht um fremdes bitten."

dann also der mond, dieses wort aus entfernung.

grasfüßig.

all die seiten, die ein strich gerne hätte.

die wand auf den rücken geschnallt.

bildkrusten.

doch wärmer hält mich nichts als der frost von gestern.

Waiting For The Interurban.

sich nichts vormachen und nichts nachsehen.

alte liebe, mann. alte liebe.

diese zwischenzone aufwachen, ein halbes gesicht.

kommen sie? sie kommen nicht. sie kommen morgen.

vom ganzen der stimme vibriert der hinterkopf.

den willen eintauschen gegen das tun.

weiterhin diese unruhe. was stimmt nicht?

kauflust, selbstbefriedigungsökonomie. essen gehen ist schön und löst keine probleme.

was stimmt nicht?

das erlösende von strukturen, korrelationen. sie einzeichnen zu können als beweis.

gottes würfel cw-zerlegen.

no easy way down.

langweilig.

basteln.

spätes rumonkeln.

"und wir bewundern es so, weil es gelassen verschmäht, uns zu zerstören."

kommen sie? sie kommen nicht. sie kommen montag.

natürlich, die seile. das modell wird klarer.

riposte. rasant. sechs stunden.

wo geht die zeit hin?

lippenblütler.

aime-moi d'une facon ou d'une autre! Non, en fait vaut mieux pas, laisse tomber. Non, aime-moi bordel de merde! En fait je ne supporte pas ca, je viens de me rendre compte que je ne pourrais pas supporter ca. Oh si, je t'en supplie! Aime moi!!!

früh aufstehen, geistvoll werden.

aber wie damals: timeout unter der schuldusche.

date day.

einen raum die straße hinuntertragen.

que sera sera. wer singt das in welchem film?

überall strahlung, sogar unterm bett.

hart.

beißung.

vom klettern auf bäumen.

fremder schweiß unter den achseln.

scheitern auf allen ebenen. der darstellung nicht entrinnen.

"wenn du das tischlein-deck-dich und den goldesel nicht herausgibst, so lasse ich den knüppel weiter auf dir tanzen."

schnüre

sich von interesse ernähren

schneelachen

from here to there

küssen in der opernpassage

nachtbustouristik

weich

every sunday cut

schattige schulter, schattige schläfe

den boden vernähen

den krieg verteilen

hinhaltetaktiken, widerstandsverwürfe

schneematsch und löchrige schuhe, auf dem großen zeh heimgehen

endlich mal wieder ein traum. leute, die für mich arbeiten. kahnfahrt flußaufwärts.

diese rückwirkung, normalisierung durch die grammatik und das vokabular, unbemerkt.

haferflocken in der nase.

beschnitte, neue triebe oder rahmende lücken

"ein paar glieder, die ich mir ausgerupft hab aus langeweile"

liebe lie

was ich hörte vom irak

autorität durch für das vorhaben sinnvolle beiträge, nicht durch kontrolle

der dirigierte blick

"interessant" verschwindet nach dieser arbeit aus meinem vokabular.

strukturelle gewalt.

führen. alle muß man führen. das publikum, die schauspieler, sich selbst. absichtsvoll und besonnen in die irre führen.

an heiner müllers rücken: eine leere tönerne hülse, in der insekten sich entwickelt haben müssen. seit wann sind sie frei und wo sind sie jetzt?

die bezahlung macht sie erst zu verrätern. das geld ist unterwegs.

"bébé".

ist selbsthaß rosa?

lückenhafte aufzeichnungen. was macht man da?

schlafen.

halbschlafsüchtig.

knoten im hirn. endlich anfangen? dann wieder aufbau, wieder abbau...

die wellen, woher diese wellen.

"was ist das für ein ozean, dessen küste die leere ist?"

aber die liebe der lieben.

wieder alles verstaubt. langsam reichts.

verflucht sei das wort.

milchlämmer.

oh, mein zimmer ist beheizbar.

mißverständnis über erzählpotential und technik. welche beziehung besteht da? irgendwie schreibt sich die technik doch auch ein, sie trägt auch eine publikumsrelation, oder eine vorstellung davon, das stimmt schon. aber öffnung ist eine gabe, genauigkeit keine erklärung. impliziert technik schon einen gestus?

das hier ist nicht der platz für solche fragen.

schreiborte.

über raum reden, ohne über zeit zu reden?

schrei-borte?

den krieg singen, eine furchtbare liebe, daran scheitern.

aber einen blick einholen auf dem heimweg.

ein lichtskelett an die wand genagelt.

der geruch nach fauligen orangen. schwächeanfall beim müllschippekaufen.

schlafen.

unvernünftig sein.

zu früh zu leer.

immer dieses gefühl unter leuten.

vorgeglüht - wasser trinken. den ganzen abend: wasser.

im treppenhaus. den bus fahren lassen. kalte füße vor der tür, wartend.

beobachten, wie über die zeit eine möglichkeit zerfällt. gab es die denn?

nach hause im schnee.

noch schwach.

seltsam, wie die hoffnung sich in geschichte verknöchert.

verschiebungen.

der tod und das mädchen. andante con moto.

teflonfett? meine güte!

"es war schon so ich erwarte schon". #181205#






wurb


es lähmt, in bestimmten bereichen plötzlich auf die omnipräsenz eines anerkannten diskursvokabulars zu stoßen (zu dem natürlich auch der "diskurs" gehört, neben anderen blankoworten, die ein nachgedachthaben suggerieren, wo nur vorproduzierte gedankenketten aneinandergehängt und mit wortwissen bestreut werden), mit dem ich denken zu können glaubte. da werd ich feindlich plötzlich, was das sprachliche denken angeht, so wie ich dem immateriellen feind werde, das sich im konzeptionellen und mit ausgekochten worthalmen fröhlich des raums und der körper entledigt, die es nur als referenten braucht, aber nicht liebt, man verzeihe mir das wort.






zwischenstand


stimmt nicht mehr. gestern war ein lernziel erreicht: ich habe begriffen, was nichtrepräsentierendes theater ist. heute reisten die performer ab und ließen die halle und mich zurück. sie nahmen ein hinreißendes bewegungsmaterial mit. das i* ist ein restkollektiv, ein von übersetzungsfehlschlägen verbeultes vorhaben. muß ich mich also selbst in den raum biegen und meine eigene stimme versagen lassen in ihm - er wird mir eine leere sein.

ironischerweise ist genau heute im standard das porträt des projekts erschienen. die ganze arbeit scheint sich so zu bauen, daß ihr titel gerechtfertigt wird. das ist natürlich schön: sie kann sicherlich halten, was sie verspricht.






.


wer googelt hier eigentlich ständig meinen namen?






immer noch teenager


shortmessage
I post weird poetic stuff no one understands

why is YOUR livejournal annoying?






7.6.


jeden riß auf der hohlvene abmalen, um nicht von ihrer leere reden zu müssen. plötzlich alles bleich, leblos: schon wieder vergessen, wo der muskel sein du hernehmen soll, wohin er sich streckt. der zieht sich nur zusammen zusammen zusammen, als wär das eine kunst. ist aber keine. und die wut ist keine kunst und die traurigkeit nicht und das phantomrauschen hinter den wänden ist keine kunst in der nacht, ohne du.






schloß


oder ist deine zunge festgeklebt an den eisenblättern, die mir aus dem brustbein wachsen, in den schlaf gestürzt beim versuch, über mein verstummen zu springen. das sitzt da in der küche und lacht wiehernd, die zähne gebleckt, du siehst mich gekrümmt in seinen pupillen.

es ist nicht mehr der alte kalk, es ist die rieselhilfe, die du in mein essen schüttest, wenn gäste kommen. ein wenig gerassel mit den ketten, konservierung. mein bettzeug bleibt davon unberührt.

ansonsten angst, vor die tür zu gehen, wegen der stürme, denkst du, oder weil jemand einziehen könnte, während du weg bist, die dinge in deinem besitz (mich zum beispiel) auf die straße werfen, das schloß ersetzen, das namensschild auswechseln etc... es gibt viele gründe, denk ich, auf denen du aufschlagen könntest, wenn es der luftstrudel erlaubte, der dich um die stelle dreht, an der du zu stehen glaubst in deinem zimmer, in meinem.






nla


manchmal sehnsucht nach der alten unbekümmertheit, die alten weblogzeiten, gräten und scherben, aber das geht nicht mehr. meiner sprache sind augen gewachsen, die guckt sich zu genau beim werden zu, um sich noch etwas durchgehen zu lassen. nur hintenrum schlägt ihr das faß doch den boden aus. vielleicht liegt es an den kameras in ubahnbereich in dieser stadt, ganz unverschämt glotzen sie dich bei aufdembahnsteigstehen an und dann rotzt ihre stimme aus dem lautsprecher, wenn du zu nah am rand rumturnst. sie schauen dir zu beim rolltrepperunterfahren rolltrepperauffahren; heute lief ich ein bißchen die runterfahrende rolltreppe rauf, der betrag unserer geschwindigkeiten ungefähr gleich, so daß ich auf konstanter höhe blieb, bis die kamerastimme mich wegrotzte: ob ich das lustig fände oder glaubte, das wär hier ein fitnesscenter. aus dem untotenacker vindobona wächst eine argwöhnische sprache, die wiener psychosprache mit dem scharfen rand, von dem sie zu falllen droht in die grube, die ihr sprechen sich fortdauernd gräbt.






sammlung


was tust du gegen die müdigkeit? was tust du gegen die angst? was tust du gegen das unrecht? was tust du gegen dich selbst? was tust du gegen die blindheit? was tust du gegen das licht? was tust du gegen deine freunde? was tust du gegen die lust? was tust du gegen die dummheit? was tust du gegen das geld? was tust du gegen das zittern am morgen und das zittern am abend und das zittern in der nacht? was tust du gegen die liebe? was tust du gegen die vergangenheit? was tust du gegen den ekel? was tust du gegen das tun? was tust du gegen das nichtstun? was tust du gegen die fremden flüsse in deinem zimmer, gegen das wasser das schwarz an deinen bettrand schwappt? was tust du gegen deinen eigenen schatten? was tust du gegen den sand und was gegen das getriebe? was tust du gegen 19 uhr morgen abend, schon was vor? was tust du gegen die vergeblichkeit und das scheitern und die widersprüche in denen du lebst? was tust du gegen gott? was tust du gegen dein sterben? was tust du gegen das urteil der anderen und was tust gegen deine meinung darüber? was tust du gegen die wahrheit? was tust du gegen die schläge die du empfängst? was tust du gegen die schläge die du austeilst? was tust du gegen das sein und das nichts? was tust du gegen die überwachung deines tuns von der du gar nichts weißt? was tust du gegen zeit und raum? was tust du gegen deine eigene beschränktheit? was tust du gegen die liebe deiner eltern? was tust du gegen deinen körper? und was tust du dagegen?






6.5.


das sdk-konzept hat gestern zu wachsen begonnen und blüht weiter auf, das freut mich. besonders schön ist, daß es tatsächlich nur mit dem vorhandenen material arbeitet, vorgegebene linien weiterdenkt, gegeneineinander verschiebt und so der untersuchung preisgibt. werde es noch mit einigen leuten besprechen und dann am donnerstag vorstellen, bin aber recht sicher, daß es zustimmung findet. danach noch bewerben beim wettbewerb, vielleicht kriegen wir ein bißchen geld, und die sommerplanung steht. wenn das alles steht, kann ich hier dokumentieren.






krank


ausformulieren im kopf, ins hirnwasser schreiben: sonst ist es so mühsam.

konzepte, anrisse: die chronologie des verlassens. und das einsortieren in siege und niederlagen. anlegen einer erfolgsgeschichte.

oder daran denken, was nicht geschrieben werden wird, eine befriedigung daraus ziehend, etwas vorzuenthalten.

eine hielt ich in den armen im langgestreckten raum mit den glastischen und einem offenen fenster, das über dem abzug der kantine lag, herbstsonne auf meinen unterarmen und sie weinte, ich sagte dann: diesen moment merke dir, das wirst du gebrauchen können, dieses gefühl. so wurde er unvergeßlich, der moment, eine art self-fulfilling prophecy.

es wird schlimmer mit der zeit: immer weniger läßt sich leicht schlucken. und dazu noch der husten.

dafür gelingt es immer leichter, im liegen das selbst aus dem körper zu ziehen. die kraft des mantras entdeckt. intensivere verschmelzungsgefühle: die beiden hände, auf der brust gefaltet, werden zu einer masse, die dann in den brustkorb einsinkt. es greift auf die umliegenden stoffe über. wenn ich aufstehen muß irgendwann: ein auftauchen. spürbar, wie es in den körper zurückströmt, damit er sich wieder bewegt.

die chronologie: tableaus.

ein bild: auf dem bett gegenübersitzend, ich ein bein untergeschlagen, sie beide füße auf dem boden, vernünftig. triumph der ratio, keine erwähnung mehr der geschichte, die nie richtig anfing, überhaupt kein kontakt in den folgenden jahren. auslöschung, beiderseits, gefühle als irrtum.

die eigene körpergröße empfiehlt es einem, denkt man, besser zu halten als gehalten zu werden.

miteinander schlafen als abschied, das verstehe ich erst danach, ein zweites bild: in den sesseln im wohnzimmer, gegenübersitzend. gefühl der erniedrigung, dabei war es als gemeinsamkeit gedacht. einen monat später war sie schwanger vom neuen, dessen namen mir zu merken ich mich weigerte.

danach ist alles leichter, für zehn minuten, bevor das denken wieder überhand nimmt, die muskelfasern entlang der zeitachse dehnt und verknotet.

erstes tryptichon: morgens aufwachen im bett, sie am tisch vor der couch, wieder in einem dieser braunen sessel, vor ihr die fotos. später ein urlaub an der ostsee, gemeinsam in einem bungalow, und jeden tag der gleiche gedanke: das muß zu ende gehen. wiederum ein halbes jahr später das letzte bild: neujahr. trennung zynisch, als guter vorsatz. danach jahre der bitterkeit, sie völlig vernarbt.

wir wiegen die messer, den freien fuß in der schale.

sedimente.






rez. 1


da schreiben so stressig ist, habe ich beschlossen, nur noch kochrezepte zu veröffenlichen. deswegen jetzt hier: goldene hähnchenbrust mit kokos-grapefruit-soße und scharfen koriandererdbeeren, dazu reis, für 4 personen.

erdbeersalat: 1 pfund erdbeeren waschen, putzen, vierteln oder würfeln. dazu 2 fein gehackte frische rote chilischoten und reichlich grob gehackter frischer koriander. saft einer halben limette und etwas rohrzucker drüber, ziehen lassen.

soße: 1 halbe zwiebel grob, 2 knoblauchzehen und ingwer nach geschmack fein würfeln. zwiebeln glasig dünsten, den rest dazugeben und kurz mitdünsten. mit reichlich kokosmilch ablöschen (wer die nerven hat, schlachtet vorher eine kokosnuß). etwas sojasoße dazu und (je nach geschmack mit etwas sternanis, einer halben stange zitronengras oder einem limonenblatt) einkochen lassen. 2 tassen reis aufsetzen. wenn die soße dick ist, saft von 1 grapefruit angießen, nochmal kurz einkochen lassen (wenn der saft zu lange kocht, wird das ganze bitter).

hähnchen: öl erhitzen (man kann etwas butter dazugeben, das verbessert den geschmack, ohne daß die butter sich so schnell zersetzt), vier kleine brüste von beiden seiten anbraten. honig dazu, nochmals wenden, schwarzen pfeffer raufmahlen. die brüste sollten gut nachfedern, so daß das fleisch innen noch butterweich ist. wenn sie fertig sind, salzen und sofort anrichten und essen.






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also immer wieder: rausfallen, reinfallen, abwechselnd auf das rausfallen reinfallen und das reinfallen reinfallen. jedes denken wieder ein wegdenken von dem, was es gern wäre, indem es sich das zum objekt macht und dabei sein subjekt vergißt. was soll das auch sein: das subjekt des denkens. dieses blindefleck-denken ist doch ein blindekuh-denken.

lockerwerden. lockerwerden. duuuuurchatmen. lockerwerden. ganz verkrampft: lockerwerden.

(diese liebe zum richtungslosen des doppelpunkts: nur ein durchlassen, eine schiene, aber eben nicht mal das, ein vor der schiene, aber auch vor der geschlossenen grenze, erst nur: markierungen. zwei pfosten auf dem weg, die dir die durchfahrt zum thema machen.)

also: wer sieht dem esfrißtallesauf beim allesauffressen zu? nicht du. nicht du.

aber auffressen/aufgefressenwerden als beruf, als lebensaufgabe sozusagen... was für ein unsinn, was denkst du denn da?

es gibt keine antwort, es gibt verantwortung, verstaatlichung, formwerdung, liebkosung, gewalt.

und dann ist da: antworten. doch das gehört nicht zu dem, was ist. es vollzieht sich. es gibt sich. es entzieht sich dem zugriff. auch das greifen und halten, allerdings, vollzieht sich. alles will sein und nichts ist. dieses ständige getöse: dieses sei, und das sei, als hätte es geheißen: es sei licht, nicht: es werde.

aber was tust du: du schreibst. finstere linien in das schneefeld des lebens.

und vor der schönheit eines doppelpunkts, der gewalt seiner möglichkeiten, zu knien, und nicht vor dir, deinem wunder. ich denke, es wird zeit, daß du mich anrufst.

und die theoretische gewalt einer entscheidung, die dadurch, daß sie bewußt ist, möglichkeiten tötet. die praktische gewalt der aufgeschobenen entscheidung, die alle wartenden vertröstet auf, was, das nirvana? daß man möglichkeiten töten muß, um neue zu gebären, weißt du doch. theoretisch. denken verwechselt sich schon wieder mit der welt, mit der praxis, dem moment, dem immer-wieder-neu-entscheiden, nein, das ist etwas anderes, dieses festsetzen, das sich für denken ausgibt, was ist das? grrrrrr. weg, weg, bellst du: weg!

schattenboxen. so lang du nicht da bist, bleibt alles hypothetisch. und ich weiß: wenn du hier bist, wird mich die vernichtung all dessen, was ich mir vorstellen konnte, diese vernichtung durch dich, so treffen, daß ich wieder wie gelähmt bin, wortlos. beschämt, weil ich merke, welch ein vermessen das ist: sich einfach dich vorstellen können zu glauben, eben mal so, aus einer laune, langeweile.

kommunizierende röhren, die sich wände erfinden. die sich verpassen, mal eben, aus einer laune, langeweile.

diese bildermaschine, das bin auch nur ich. wenn sich da niemand anlehnt. und die will kein gegengewicht haben, der gehts gut mit sich selbst. entscheidungsfragen.

es muß zu all der theorie doch eine praxis geben. warum so viel angst?

daß du so stark auspegelst, aus angst vor der mitte. nein. balance heißt nicht mitte. balance heißt: zwei orte gleichzeitig zu sein.

das gleichnis von dem bauern. welches gleichnis von dem bauern? irgendeins. sie erzählen alle das gleiche. man muß das gleiche wohl immer wieder anders erzählen, um sich daran zu erinnern, daß es etwas gibt, das man nie verstehen wird: die änderung. den abgrund, in den man nicht schauen kann, wenn man nicht, so geht die sage, sofort und unwiderruflich gelöscht sein will - und wer will das schon?

bilderrätsel. grund-metaphern.

vielleicht besser eine metapher, die handeln impliziert statt erschauern, erstarren. das gleichnis von dem bauern geht ja noch weiter: er wendet sich ab und dem zu, was er kann, da ist nichts sonst: ein kalb zu schlachten, ein fest zu feiern, und dann wieder gehen, das feld zu bestellen, die tiere zu füttern, zu lieben, zu schlafen. mit der erinnerung an einen abgrund in sich, jederzeit.

das also wäre ein leben, des abgrunds gewahr: ein tänzeln auf dem grat. jeden moment wäre dein sturz ein anderer; jeder spalt, der sich öffnet in dem, was du tust und siehst, ist ein anderer. du denkst: sie alle führen zum gleichen, versuchst dich zu beruhigen, aber das denkt in die irre: ein abgrund hat keinen grund. diese spalten sind immer neu. sie sind das leben.

also vertretbare metaphern. verlatschbare metaphern? verträgliche metaphern? jetzt wird's gefährlich. aber den widerspruch auszuhalten: wieviel gewalt ist denn gut, und wann ist sie schlecht? verantwortbare metaphern. verwertbare metaphern? das war nicht gemeint. aufrichtige metaphern. genaue metaphern. metaphorische metaphern. tongue-in-cheek-metaphern?

maulaffenmetaphern. klabautermetaphern. rabaukenmetaphern. aufbrausende metaphern, dann säuselnde metaphern. widerhakenmetaphern (die hättest du gerne).

wohnungsaufräum-metaphern: weil du gleich kommst. wieder so lange geredet vom reden, nur um dann nichts mehr zu sagen zu haben.






++


osterspaziergang, pilze sammeln, bis die sonne scheint. schon der geruch von wiederauferstehung kräuselt die kopfhaut.

die regeln des fallens.

der grundton des vordenkens. wenn du dahin zurückdenken kannst, zurücksingen kannst, hast du den schlüssel, denkst du. und du ruhst in der mitte, und denkst: alles fällt. und du fällst. du fällst mächtig. und alles andere steht und schaut dich an: gefallen. und der grundton des denkens, er, hinter dir, lächelt bei sich: ja, das kennt er. er mag, daß ers kennt.

aber niemand kann deinem körper gebieten. sie versuchens. es channelt sich durch das bewußtsein, das keines ist. diese trance des sich-im-griff-habens.

und ist das alles: sich selbst immer wieder daran erinnern zu müssen, was man schon wußte? das vergessen zu bekämpfen, das sich als naturgesetz ausgibt?

die wikipedie z.b., mit ihrem globusbild: zusammentragen und zerteilen. je mehr zusammengetragen wird, desto mehr muß zerteilt werden, und wann wird das bild des ganzen, das immer am anfang steht, zu groß für mein sehvermögen? das ist der punkt, an dem der staat seine eigenlogik zu entwickeln beginnt, an dem er autonom wird. das wird denen auch passieren, denkst du (und etwas flüstert: hobbes).

also autonomie: sich selbst sein gesetz zu geben, den bezirk zu bestimmen im alles-gleich-guten, der ort des willens, aber der ort der verantwortung: denn wär ich alleine, bräucht ich ein gesetz? da wär ja kein bezirk, weil mich niemand schnitte.

verhandlungen über den ort des denkens: wo der ist, sitzt die gewalt. gewalt als netz, das die macht einsammelt. du denkst: komisch, wie die bücher, die man nicht gelesen hat, das eigene denken bestimmen. vielleicht sollte ich noch von anderen büchern mehr wissen, von ihrem dasein, ohne sie gelesen zu haben.

welche ignoranz. welche ohnmacht gegenüber der fülle.

also wo ist meine autonomie, wo versteckt sie sich denn, diese miese maschine, und verbirgt sich hinter allerlei ideen, hinter dem denken? orte verschwinden ja nicht einfach so, sie werden zum verschwinden gebracht.

und dann denkst du: daß du "ort" denkst, ist natürlich auch schon ein... wort.

on the seventh day, kwang-tse tells, chaos died, erzählt cage.

verschachtelungen und durchlöcherungen.

vielleicht war alles, was man immer über den staat zu wissen brauchte als jemand, der mit dem eigenen leben beschäftigt war (und womit denn auch sonst sollte man denn beschäftigt sein während man lebt?): das ist dieses etwas, das sich als vernunft ausgibt, es aber nicht ist, das merke ich schon, ich bin ja nicht blöd.

ich hab angst: er wird immer besser, je sanfter er wird. etwas löst die grenzen auf und ich hab den verdacht, sie werden neu gezogen außerhalb meines blickfelds.

aber ich hab ja jetzt ein brillentuch (die brille weggeworfen mit dem gedanken: ha! das hättet ihr wohl gern, daß alle sehen wie ihr! (wen meinte ich da eigentlich?) seitdem renn ich gegen wände und find das romantisch), das sammelt den staub, den ich abwisch von den gläsern, dachte ich eben, als ich es gegen meine nase drückte und einen tiefen zug nahm...

kann nicht mal jemand diese ständige bedeutungsproduktion anhalten, die mein leben vernichtet?

es ist das schreiben selbst, in die schrift eingeschrieben. christian wolf prophecied this years before: no matter what we do, he said, it ends up by being melodic, erzählt cage. interessant, wenn man dann sagt: komposition in tarnung, und ich denke, puh, zwei sachen auf einmal: einerseits, wie ein denken über kunst sie erfolgreich vom bereich des "normalen", oder "alltäglichen", eben des regierungsbezirks, fernhält, so daß es zum ereignis gerät, über das allerhand gerätselt werden muß, wenn sich ein paar leute auf die straße stellen und musik machen. was für ein komplizierter vorgang das wohl (mittlerweile?) ist. und andererseits: wie immer schon vorher die kunst als möglichkeit das betrieben hat, was sie dem staat dann vorwarf, faktisch getan zu haben. als könnte man "so tun als ob", ohne darüber nachzudenken, was das bedeutet.

und dann: die dritte stimme, die darunter, die du nicht hörst. die beschleunigt, anfeuert, dirigiert. die stimme, die du nicht hörst.

du denkst: dieses bild vom lachenden dritten, in dem moment, wo du das entwirfst, hörst das lachen dieses dritten, das natürlich nicht auf dem bild ist, und hast die wahl: feuert es dich an bei der bildproduktion, läßt du dich anfeuern und versuchst es zu fangen, katze auf der jagd nach dem eigenen schwanz, oder weigerst du dich. und wenn du dann sagst: nein, wenn alles, was ich tun kann, dir gefällt, dann will ich lieber nichts tun, als dir zu gefallen etwas zu tun. und dann schreibst du das auf: und was machst du dann da?

wo trägt dich das hin? wovon trägt dich das weg? und wann und wo verwechselt sich das, tauschen sich die bilder aus, von dir unbemerkt, schwupps! und du rennst einfach weiter? rennst weiter und weiter, esel hinter der karotte, die sein eigenes rennen ihm vorhält?

stell dir vor, der esel würde plötzlich anhalten und den leuten zu predigen anfangen: sie wären ja auch esel und wüßten es nur nicht, sähen die karotten nicht usw. usf., wäre das nicht noch viel komischer? nein, ich meine, worüber würdest du denn lachen: den esel oder die leute? oder würdest du sagen: nein, "über" jemanden lachen finde ich schlimm, ich lache nur "mit" anderen? als gäbe es nicht immer etwas, über das man sich lachend hinweghilft, diese unsichtbaren stromschnellen des alltags? andererseits: als gäbe es ein lachen alleine, nur "über", das wirlich helfen könnte? nun, wie dem auch sei.

und du würdest eine geschichte erzählen über den esel und die leute und dich, den erzähler, und die leser, die du ja nicht kennst, und die du auch nur hypothetisch fragst, oder anders: alle fragen an dich selbst verwandeln sich so schnell in fragen an wen anders, der nur irgendwie anders, weil ja, wenn du schreibst, nun mal niemand da sei außer du selbst, und alles schreiben doch vor allem darüber hinwegschreibe, daß da niemand da sei und man selbst am liebsten auch nicht da sei etc. etc. - wem wäre damit geholfen?

erzählen: die büchse der pandora. besser nicht damit anfangen. denkst du und sitzt da und wartest. worauf?

darauf, daß das schreiben anfange. auf ein ende.






wozu das alles






symptome


  • nichts wundert mehr. selbst auffälligen singulären ereignissen begegnet man mit einer haltung der akzeptanz.
  • dafür mehren sich die momente des aussteigens aus dem alltag: plötzlich sind alle selbstverständlichkeiten fremd - auf eine immer bedrohlichere weise.
  • eine verwischung des traumgefühls mit dem wachheitsgefühl. immer öfter unsicherheit darüber, ob plötzlich auftauchende erinnerungen aus träumen oder tatsächlichen erlebnissen stammen. eine folge: erfinden nicht nur von geschichten, sondern auch von träumen, die man gehabt zu haben meint.





atal


wonn verwandelt sich die geste in handlung und umgekehrt? wie stellt man es an, daß aus dem zugeben keine ausrede wird? daß aus dem geben kein loswerden wird? und daß aus der vermeidung keine verstockung wird? daß sich die angst, hilfe anzunehmen, nicht als eigenverantwortung tarnt, oder andersherum das eine sich nicht in das andere verwandelt? wie legt man die ungehörigkeiten fest, wo kriegt man eine ethik her, wie berücksichtige ich den anderen, ohne zu identifizieren und zu projizieren?






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jeden morgen das gleiche: du hast vergessen, wo die zimmertür ist, mußt sie erst suchen. das kostet dich die erste stunde. und du hast noch nicht einmal den mund ausgewaschen vom gemurmel der nacht, deinen haßtiraden. später eine stunde, um den schlüssel zu finden, den du, schon im halbschlaf, versteckt hattest am abend zuvor, fast bist du gespannt, welches versteck du dir diesmal hast einfallen lassen. du findest ihn in der halbvollen teekanne, vielleicht hat ihm eine nacht in kalter kamille ja gut getan? jedenfalls kannst du endlich die tür verschließen gegen den wie immer ausbleibenden ansturm der transparenten männer und so tun, als würdest du etwas tun.






also was


analysemodus (themenfindung). selbstbedienungsladen. äh. innenleben-shopping. scheiße. so eine art persönlichkeits-ikea. lebst du noch oder wohnst du schon? diese ganze moderne werbung, die ich nicht mehr verstehe, weil ich den unterschied irgendwie nicht kapiere: leben, wohnen, häh? darauf bauen die doch mit ihren scheiß-slogans, daß ich mich da dran festhänge, daß es da noch so etwas wie einen unterschied gäbe, und daß ich diesen unterschied bei ihnen einkaufen kann, und ist das die beste werbestrategie: den unterschied zu verkaufen, den es schon lange nicht mehr gibt?

und woher kommt immer dieses gefühl von verlust ohne irgendeine tiefgehende kenntnis von geschichte? ich meine, von welchem verlust wann genau redest du denn hier?

und wie komm ich denn da raus, aus diesem kleiner-junge-dingsda, diese berufsjugendlichenscheiße, ich seh die doch aus den gesichtern der jetzt erfolgreichen drohen: so wirst du auch, nein, ich fühl mich jetzt schon so alt wie die, also so alt und gleichzeitig pubertär, absprung verpaßt (absichtlich?), wegkreuzungs-syndrom. dieses bild des gentleman als erwachsenen. scheiße. keine bilder. keine bilder. KEINE BILDER, SCHEISSE!






fade out


mh, ich vemiß dich, mh, ich hab an dich gedacht, mh, du tauchst in meinen gedanken auf, mh, du eignest dich so gut, um "du" zu denken, mh, ich vermiß dich, mh, ich hab an dich gedacht, mh, du tauchst in meinen gedanken auf, mh, du eignest dich so gut, um "du" zu denken, mh, ich vermiß dich, mh, ich hab an dich gedacht...






und


ist das nicht peinlich: sich selbst zu kategorisieren, und du denkst: um dich besser in dir zurechtzufinden, und ist das nicht peinlich: sich selbst für die bibliothek von alexandria zu halten?

und ist das nicht peinlich, diese ausgestellte selbstreflexion (eines dieser worte, wo du nie weißt, wie du es schreiben sollst, weil du den unterschied noch nicht begriffen hast), diese ekelhafte reflektiertheit als transparent gegen die dummheit der welt, dieses kindische gekränktsein, weil man nicht immer einen bonbon kriegt. und du denkst: diese peinliche vernunft, wenn dir die vernunft grad nicht paßt, und du denkst: wie kann man nur so unvernünftig sein, wenn dir die unvernunft nicht paßt. und du denkst: wie du den anderen denkst, hast du immer noch nicht begriffen. ist das ein versäumnis, ein defekt, bequemlichkeit? arschloch.

und du denkst: ja, mein körper ist so träge. arschloch. wer gibt ihm denn die schmerzmittel? wer bricht ihm denn die beine? wer macht ihn denn blind? und wie bequem, dann darüber zu jammern, statt was zu tun, und ist das dann schon kunst: stellvertretend jammern? wo bleibt denn die praxis? und du denkst: schreiben ist auch eine praxis, denken ist praxis, und du denkst dich dauernd am körper vorbei.

und dann denkst du: beckett, okay, aber sind alle um mich rum nicht schon weiter? wegkreuzungs-syndrom. dieses einssein beim kiesern, dieses einssein beim joggen, diese einssein-joghurts, irgendwie sind alle um mich rum so eins mit sich. cui bono? du denkst: kann ja auch nicht staatsinteresse sein, daß die bürger ihre körper so vernachlässigen, so lange die noch zu was nutze sind, die körper. die bürger? der staat?

du denkst: kann doch nicht staatsinteresse sein, daß ich so denke, wie ich denke. oder mich wegschmeiße. und dann denkst du: alles, was dich mit dir beschäftigt oder sich mit dir beschäftigt indem es dich von dir abzulenken versucht (netter versuch) und nicht mit dem staat, kann sehr wohl staatsinteresse sein.

und daß der staat ist: das und in ich und du.






00


es ist nicht so einfach: zwei körper, ein verdecken, als gäbe es ein aufdecken, als gäbe es einen wahren körper, eine selbst-identität. gibt es das? zwischen hoffnung und fiktion ist auch nicht viel raum. kein raum oder die leere. kein unterschied. da ist es wieder. aber es ist: ein zersplittern. nicht zwei körper. ein zerfallen, zersplittern, phantasma von gräten durch wechselnde scherben hindurch und du denkst: du, das mußt du sein, das bin ich, dieser schimmer, dieser schatten.

bist du das oder bin ich das? dieser schimmer, dieser schatten?

zärtlich ist, bevor ich du sage oder ich. diese gewalt. sprechen. diese gewalt. denken.

und dann vergißt du die toten, das morden, das hungern, das elend. als wär das die gleiche gewalt.

es ist die gleiche. kein unterschied.

woher kommt dieser glaube an die macht des denkens? wenn ich glaube, die welt ist aus mir gemacht, wie ich denke, also müßte ich mein denken ändern, um die welt zu ändern, um sie ändern zu können.

und du denkst und denkst und dein haus brennt ab. wieder eine scherbe. dein kopf fällt nach hinten.

er kommt immer wieder hoch und lacht. lacht dir immer wieder ins gesicht. verachtet dich, nennt es respektlos und fühlt sich gut dabei, dich zu schlagen. nennt es systemkritik, dir in die fresse zu hauen, nicht wahr?

erkenn das mal an, daß du andere schlägst, damit du nicht pausenlos damit beschäftigt sein mußt, deine schläge als zärtlichkeiten zu tarnen, so daß dir gar keine zeit mehr bleibt für etwas anderes als schlagen. wem nützt das? cui bono?

später.

oder früher.

und jetzt stell dir vor, alles, was du zu denken wagst, würde eine dir sagen, am küchentisch, über eine kerze hinweg, dieses gesicht, das dich schon zerschlägt, wenn du es nur siehst, auf eine hand gestützt, mit einem leichten lächeln, all das: du wärst nur ihre einbildung, sie würde dich nie sehen, nur sich. was würdest du empfinden? a) wut, b) mitleid, c) gar nichts. was soll ich noch hier meine zeit verschwenden?

es ist ein rollen. es rollt sich weg. ein entziehen. etwas, das immer behauptet, da zu sein, und es nie ist. komisch. warum sind bestimmte wege des denkens philosophie und andere pathologisch? oder sind philosophen, oder künstler, einfach harmlose irre, die man rumlaufen läßt, weil sie einen an die eigene normalität erinnern? und was ist dann eine gesellschaft, in der jeder sich für einen irren hält? endlich gesund? na ja. wohl kaum.

was dir gefehlt hat all die zeit: lachen. jetzt merkst du's. gott, hast du gefehlt.

tausend plateaus. fünf splitter echtzeit. all diese toten. drogen. vergessen. jeder tag gleich. schaff dich ab, schaff dich ab. lachen. mehr lachen. du fällst, denkst du: fliegen, wie geil, du stürzt. wenn du landest, landet dein körper, dein sklave, dein formblatt, kopiervorlage, wie sagt man, wie sagt man?

wo bist du? wo bist du?

dieser schimmer. dieser schatten.






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es gibt sehr viel, das sich nicht sagen läßt, sagt er, er sagt es zweimal, mit offenem gesicht, alles fällt in ihn hinein oder durch in durch. es gibt sehr viel, das sich nicht sagen läßt, es ist alles, das sich nicht sagen läßt, jedes wort sagt nur sich und nicht dich, seinen sager, dabei hast du es dafür gemacht, aber du verschwindest, wo du zu sein glaubtest im moment des sagens, und jetzt steht da dein wort und schaut dich an, fremd und vielleicht schön, und es zeigt auf dich, und du siehst an dir herunter: das ist dein körper. er steht hier. er scheint wirklich zu sein. du schaust hoch und öffnest du den mund und sprichst: ein wort. und verschwindest. ist es ein spiel?

ein spiel besteht aus seinen regeln, es ist seine regeln. es ist seine spieler. seine regeln existieren durch die spieler, die sich an sie halten, als hätten sie sie nicht gemacht. was passiert, wenn ich aufhöre, an sie zu glauben?

dieses spiel: was passiert, das spielen wir seit jahren, seit es uns gibt, du und ich. es gibt nichts anderes. sind wir nun regeln, du und ich? schneid mich auf und nagle mich an die wand, eine karte, sagst du. schau nach, ob du mich finden kannst, eine stadt mit meinem namen, auf der karte, die ich sein werde, nachdem du mich zerbombt hast.

schlag ich denn anders gegen die wand, die du gewesen sein wirst, als vor zweitausend jahren? war dieser schlag je anders? war dieser schlag je ich?

dieser versuch, das furchtbare schön zu sagen, um es überhaupt sagen zu können, weil es häßlich keiner glaubt, aber es ist eben auch nicht schön, und es verwandelt sich in eine postkarte, wenn du versuchst, es schön zu sagen.

was ist dieses DAS DA, das alles in postkarten verwandeln kann? wie furchtbar ist ein baum, alleine ein baum. so furchtbar. so schön.

eigentlich wolltest du aber von benn reden, gottfried benn und der postkartenlyrik, diesem versuch, in sprache zu denken und von den eigenen worten umgebracht zu werden auf so viele spannende weisen.

nein, was du meinst, ist (abgesehen von der wut, in die dich will quadfliegs immergleiche stimme bei jedem gedicht versetzt: was für ein wahnsinn, eine cd mit gedichten, auf eins folgt das nächste, und immer die gleiche stimme, der gleiche tonfall... als wäre zwischen sternen nicht: die leere. als wären sterne mehr als: licht.) das springen, der wechsel des standpunkts, der jede wahrheit vernichtet, zuerst die eigene. um sie an jedem neuen ort wiederzufinden wie eine neue muschel. was du meinst, ist dieser zustand der sich selbst erhaltenden amnesie: als wäre das alles, woraus du gemacht bist. das immergleiche erkennen des immergleichen, immer als wäre es neu, immer, als wäre da vorher schon etwas gewesen das besser war, vielleicht, du erinnerst dich nicht daran, du willst es nur glauben. zurück. zurück.

wie wunderschön ich bin, wenn ich du sein darf.

nicht das geld ist das gift. ich bin es. ich bin das gift. i am the gift.

warum willst du, daß jeder sich so fühlt wie du? das gibt dir nen kick, oder?

aber jeder fühlt sich wie ich. da ist nichts sonst.

wieder macbeth. hm. beckett. kein wunder. jeder mann ein irrer. einsperren alle. frisch. mein held. alle gemeingefährlich. jeder mann eine gefahr für die gesellschaft, deshalb erfindet er sie ja, als vorwand für seinen wahnsinn.

wieder mal die letzte rettung: der geschlechterunterschied. daß es sich anders denken würde, eine frau zu sein. idiot. es würde sich anders andenken irgendwer zu sein, aber du bist nunmal du, also warum nicht auhören mit dem jammern und anfangen mit... anfangen womit? mit dem, was sie "leben" nennen? wie faß ich das an, von welcher seite? plötzlich wieder ein kind. irgendwann die falsche gabelung genommen, und jetzt sind alle schon weg, wenn du dahin zurückkommst, wenn du umkehren solltest, denkst du, und daß das doof wär, also läufst du lieber weiter, alleine, pfeifend, und singst dir was vor von wegen schöne natur und so weiter.

dieser wahnsinn, zu viel zu denken. fast so schnell zu denken, wie die wirklichkeit geht, so daß es ganz leicht geht, beides zu vertauschen, schwupps, plötzlich schiebst du dir dich selbst, dein denken, als die welt unter, was gewinnst du damit? zurück, zurück. wofür kann das gut sein? für wen kann das gut sein? demut. schwierig. zurück. zurück. nicht kämpfen. schlafen. träumen. was für ein reichtum an geruch, was für ein aufgehen aller sinne, an den eigenen fürzen. sich für ein geschenk zu halten, ist keine demut. sich für so wertvoll zu halten...

sich für so wertlos zu halten, ist ein verbrechen. es bedeutet, alle anderen für genauso wertlos zu halten, weil man es nicht ertragen würde, daß sie mehr wert seien, und dann, et voila, hältst du plötzlich alle für wertlos und dich selbst für ein geschenk, aber perlen vor die säue, wie hast du das gemacht, du schwein? da ist immer etwas schneller als deine sprache, die so tut, als wüßte sie, wovon sie redet.






++


es ist immer noch auf dem weg nach oben. so weit oben weht der schnee, daß da einer mehr ist, doppelplus, keine menschenseele, wo du allein nicht weiterkommst mit dem rollen des göttlichen auges, blind. rechts ist die schlucht, die die steine befallen, die krater auf der haut deines gesichts, kartenzerstörer.

lettern, die sich bewegen wollen. ordnungen ausbuchstabieren. es ist schneller als du denkst. entweder du gibst auf oder du zerspringst, fällst, stein in den krater, zurück.

ein körper, der nichts kann, außer allem zu wiedersprechen. zuerst sich selbst. dazu ist er gemacht. kein für. kein für. ein nutzloser körper.

diese scheinbare klarheit beutet nur die phantasie der anderen aus und zeigt sie als ihre eigene vor.

angst vor dem fallen. zuerst die angst davor, nicht mehr aufstehen zu können, diese illusion des aufrechtstehens nicht mehr aufrechterhalten zu können, die man gibt, indem man steht oder zu stehen vorgibt.

der doppelte körper. ein körper, der steht, um mit seinem stehen zu verdecken, daß er liegt, daß er fällt, daß er liegend fällt. daß er stehend fällt. der nicht auffällt sondern raus oder ab. der abrutscht. der fällt. der abrutscht und fällt. jeden tag. jeden tag. ein abfallkörper. der ausfällt, indem er hülle sein will. der sich enthaltung einredet. der sich sich selbst auszureden versucht.

ich könnte auch sagen: das dort. das spricht. ich könnte auch sagen: das hier. das spricht. kein unterschied. kein unterschied.

es ist immer noch auf dem weg nach oben. doppelplus punkt. es ist schneller als du. entweder gibst du auf oder du fällst, rollst - stein - in den krater zurück.






chwa


wenigstens wurde die psychoanalyse nicht meinetwegen erfunden. dafür die differenz.

ich spiel nen makrophagen.

"hausmärchen". die waren nie alle für kinder gedacht.

ah, andersen.

"Aber er hat ja gar nichts an!" rief zuletzt das ganze Volk. Das ergriff den Kaiser, denn das Volk schien ihm recht zu haben, aber er dachte bei sich: ,Nun muß ich aushalten.' Und die Kammerherren gingen und trugen die Schleppe, die gar nicht da war.

wie so ein denken von reinfall zu reinfall stürzt. was "sehen" wäre, und was man sich vorstellt. ein fallen vom einen ins andere, ohne es zu merken. woran merkt mans?

einmal war da: ein ständiges aufwachen, alle fünf sekunden aufgewacht, da war kein platz mehr für einen traum oder eine welt, es war ein ständiger zustand des übergangs. und ich stellte mir vor, wie es sein müßte, wenn sich das weiter beschleunigt hätte: wäre hinter dem grau langsam ein drittes bild aufgetaucht, jetzt ein raum, eine gleichzeitigkeit?

diese erlösungsphantasien über beschleunigung, das hat sich irgendwie auf die geschichte übertragen, denk ich, und dann, daß ich denke wie ich soll. regierungsprogramm.

der staat ist ja immer reflektierter als man selbst: er spiegelt sich in all seinen bürgern. daher hält er es für gut, daß seine bürger spiegel produzieren: sie holen ihn doch nie ein. gefährlich nur die, die nur sehen, die werden unsichtbar.

als wär der staat wichtig.

und der schnee ist so schön.

wieder dieses gefühl, wahnsinnig zu werden, wenn er sich auflöst und sich in mich verwandelt. weil ich ihn gesehen habe. weil ich gesagt habe: und der schnee ist so schön. als wär das schreiben ein auslöschen der welt. ein überschreiben mit meinem namen, nicht umsonst sind alle wände getaggt. aufmerksamkeitsökonomien. everybody look at that hole in the wall: it's got my shape!






mba


die weiße asche des kosmos, denkst du, bis zum nullpunkt verbrannt, und die leute fahren ski auf den straßen.

eine seltsame welt ist das geworden, sie lacht ein bißchen und das lachen macht ihr angst und sie dreht sich und geht vom fenster zur tür, er hört nur das leise reiben ihrer morgenbeine, als sie das zimmer verläßt, die arbeit der haut, über leere hinweg ihre wärme zu schicken, transaktionen von schenkel zu schenkel, galaxie zu galaxie, denkt er, während sie sich noch dreht.

wie mit schwimmreifen. meine waren rot, ein kühles rot außen und innen weiß, denke ich, und daß ich das gefühl mochte, wenn der druck auf den oberarmen langsam zunahm, wenn meine mutter sie aufblies, während ich, klein, mir schon vorstellte, wie ich im wasser sein würde.

je weniger man glaubt, von sich zu reden, desto mehr tut mans, scheint es, und umgekehrt.

peinliche kleidung, und jeden tag ein neuer mißgriff. ästhetische kriterien.

was für eine geduld! wegen der lust?

tapsig. sehen lernen. gummistiefelblicke.

gerade den joghurt nach kurzem stocken zurück in den kühlschrank gestellt. "frucht des sommers"? haben die mal aus dem fenster gesehen?

eine gruppe verteilt im raum, jeder zeigt auf sich und schreit "hier!", das hatt ich doch schon mal. wo? das würde mir gefallen: alle machen das gleiche wie ich.

lauter epizentren, eine einzelkindgesellschaft, großes geschrei um großes geschrei.

und die beobachter. muß doch eine strafe sein, nicht nur sich selbst sehen zu können sondern nur alles als anders. für mich ist alles gleich.

sieht gleich aus, alles hier, sieht aus wie ich mir mich vorstelle, ich könnt auch ein stuhl sein, das würd ich auch schaffen, bild ich mir ein. die welt ist die ausnahme von der regel die ich bin. ich überrasch mich immer wieder. es stünde mir gut, zigarre zu rauchen.






ohren


aus der selbstüberschätzung folgt faulheit. und aus der faulheit folgt die nachlässigkeit. und aus der nachlässigkeit wird verantwortungslosigkeit. verantwortungslosigkeit tarnt sich als innerer reichtum. "innerer reichtum" heißt selbstüberschätzung. und aus der selbstüberschätzung folgt faulheit.

zweitens, und das hat damit zu tun: der blinde fleck. der sieht nur sich selbst. das übergehen dieser lähmung, dieser angst und der lähmung. verantwortungslos.






mutterzimmer, sonntag morgen


immer noch mehr bilder und noch mehr deutung und noch mehr meinung und noch mehr zeichen. aber ein theater, das nichts bedeuten will? was findet da statt? mehr sinn, weniger bedeutung.

da willst du ja hin, momentan, mit aleatorischen strukturen. domino-theater, sequenzen zum anlegen. "wozu das ganze" kann ich immer fragen, kann ja immer sagen, na, das wußten wir schon. wir habens nur noch nicht gespürt, nicht so gespürt, nicht so auf dieser haut gespürt, es hat nur noch nicht so meine netzhaut gekitzelt, es hat nur nicht so auf mein bauchfell getrommelt, sacht, mit den fingern, von innen, und so. was findet da statt?

du hängst zwischen den schneiden, bist eine offene schere, in der du hängst mit dem hals und dich ansiehst: da ist es. da ist es. was findet da statt? denn wird es gelesen, sind es bilder und zeichen, die welt selbst ist nicht lesbar, der blick des anderen verwandelt all deine welt in ein buch, mehr oder weniger unterhaltsam, ein zeitvertreib, eine gebrauchsanleitung, was immer du suchst, du, du räuber.

erste ordnung, zweite ordnung, bilder von bildern von bildern von bildern, das ist ja das unglück, ein spiegelkabinett, bilder von ausgängen und du malst dir ein eigenes und hängst es über die spiegelfläche und dann willst du da durchgehen und stößt dir den kopf. immerhin konntest du eine entscheidung treffen, wenigstens einmal eine entscheidung.

ein spiel spielt man nicht für die anderen. man spielt es für sich mit den anderen. man prüft aktion und reaktion, findet möglichkeiten. was könnt ich noch tun, was ich bisher nicht glaubte, daß es möglich sein könnte? plötzlich im freien. da ist ja ein himmel! oder das bild eines himmels, das mir niemand gezeigt hat bis jetzt. und dann spiel ich doch anders.

anders geht nicht ohne gleich, ohne mich. anders als ich. spiel mich anders als mich.






vorher nachher


der alte ort. nach einem glas gentiane de lure erst ein salat von grünem spargel und artischockenböden mit luftgetrocknetem wildschweinschinken, der wirklich hervorragend schmeckte, reich und herb und wie ein alter mann (nicht gebrechlich, ein jäger) auf der zunge, danach den rest in rotwein geschmorter kalbsnierchen an kartoffelpüree von m., dann ein marinierter banon (ziegenkäse, kräftig kräftig) mit gegrilltem baguette.

daneben ein weißwein, eine glocke kühl-klarer luft über einem boden aus feuchtem flußsand, und einige schluck rot, ein morellenbogen entlang des mittleren gaumens. ich schmecke (und) weine nur noch räumlich, formen, architekturen, sandarten im mund. zum abschluß ein marc de provence, essenz.

und ab durch die nacht, über die schwimmenden bilder einer sich friedlich gebenden stadt zur sbahn mit einer ganz anderen landschaft auf der zunge, die ich wie ein agent durch die straße trage und es nicht wage, den mund zu öffnen, daß sie nicht wegfliegt mit ihren feldern und der sonne und karstigem stein, an den sich der rücken lehnt.

und in der bahn: daß die telefone ja schon so mobil sind, daß ich nicht mehr höre, woher ihr klingeln kommt, ihr klingeln hat sich sozusagen schon von seinem ursprung befreit. bald wird niemand mehr wissen, wo sein telefon eigentlich ist, es wird sich wie die anderen in gas verwandelt haben, in dem man zu atmen versucht, und alle werden in die luft sprechen in der hoffnung, gehört zu werden, und warten auf die stimmen ihrer lieben oder geschäftspartner (wird da ein unterschied sein?) im ohr. neue technologien zur apologie des irrewerdens an den alten.

davor: diskussionen. abschaffung von integrationsversuchen, indem man sie ad absurdum führt, eine technik, die jedes kind kennt. verwechslung von gleichberechtigung mit gleichbehandlung und dann dastehen, mit spitzen lippen, als wäre man überrascht. diese mauerbauenden staaten, dieser wiederholungszwang, diese neurotischen, heuchelnden, feigen (todesängstlichen), eifersüchtigen und selbstherrlichen staaten.

hinter all der angst: das geld, das sie ersetzen will.






brief


ach, große,

weißt du, daß es ne gute sache sein kann, was neues zu lernen, ist mir schon bekannt, aber von wurzeln weiß ich nichts. ich weiß was von mischmasch und einem teig, den ich nicht angerührt habe und vielleicht schmeckt jeder keks oder kuchen oder was ich auch backen will gleich, ich wechsle nur die streusel. was ich meine, ist sicherheit, ist sich verlassen können auf etwas, für ein paar minuten lockerlassen vielleicht. daß das immer weniger gehen wird, weil es immer mehr tod in sich trägt. das bißchen entrüstung... es ist ja ganz witzig, in berlin grüßgott zu sagen, aber was heißt das? mit dem ort wechselt die sprache, und alles frißt sich in mich rein, "lernen" klingt ja so, als könnte mans entscheiden. als wäre erfahrung eine sache des willens.

weil das gefühl für mich mir ja erzählen will, ich wäre ewig, weil ich weder anfang noch ende habe, und ich wäre immer gleich. der blinde fleck. nichts von dem, was ich sehen kann an mir, ist immer gleich. der bauplan bleibt im schatten. das ist wie mit der stadt. alles, was funktioniert, scheint eine gute idee gewesen zu sein. stadtplanung. ich weiß nicht. nichts ist einfach, und nichts ist so und so. nichts ist gut. und nichts ist schlecht. es ist alles so und so. verstehst du, was ich meine?

und manchmal sind die spiele gut, und manchmal soll es ohne gehen, und dann geht es nicht ohne und dann geht es nicht mit. und manchmal wäre es schön, das ziehen von innen richten zu können: auf ein bild, einen himmel, eine stimme, ein gestern oder ein morgen. aber auch das geht nicht auf, es bleibt ein rest, der nirgendwo hineinpaßt. dieser rest bin ich.

morgen wird ein anderer tag sein als heute, ich werde ein anderer sein. daß es ein tag ist, bleibt gleich, und daß dann ein anderer kommt, und davor einer war, und so weiter. ahb neulich geredet mit m. über die bestürzung, die einen immer wieder befällt, für einen moment, als würde die welt zerreißen und es wär nichts dahinter. daß nichts eine bedeutung hat, das war immer schon so, daß wir bauen und bauen und bauen, und alles macht sinn, solang ich es spüre, aber wenn ich das verliere... und das passiert, das verlieren, sekunde für sekunde. wie das fallen. wie das vergehen.

es gibt im hiob so wundervolle stellen über den tod. kapitel 7 oder 10:

"Ist denn mein Leben nicht kurz? So höre auf und laß ab von mir, daß ich ein wenig erquickt werde, ehe denn ich hingehe - und komme nicht zurück - ins Land der Finsternis und des Dunkels, ins Land, wo es stockfinster ist und dunkel ohne alle Ordnung, und wenn's hell wird, so ist es immer noch Finsternis."

das geht mir nach, ich weiß nicht, weshalb. mein tod ist noch weit, glaube ich. aber alles wird klein im gedanken daran, und alles wird blaß, als wär es schon fast weg.

das ist die flucht unter den sinnen hinweg, die sehnsucht nach auslöschung. das ist die flucht fortschritt, schritt für schritt fort vom körper. wenn ich nur schmecken könnte, und riechen, und spüren, haut an haut, und sehen wie im traum, dicht und echt, echter als man sieht, wenn man wach ist, wo alles schon verwandelt ist in ein flimmern des bildschirms.

ich hab letzte nacht geträumt, meine diplominszenierung war ein video, ich habe es p. und r. gezeigt und es war, als würd ich es selbst nicht kennen. habe selbst gesprochen, merkwürdige bilder, ganz aus der hand von einem laien gefilmt. die letzten zehn minuten waren nur noch stimme, der bildschirm schwarz, mit einem countdown bis zum ende, der ab und zu vor und zurück sprang, als wär sich die zeit ihrer selbst nicht sicher. lange gesichter. p. mäkelte an meiner sprechweise herum, die "eine kühle sexualität" oder so was hätte haben müssen, das würde er mir nicht verzeihen können, und r. versuchte immer, ihn wegzuziehen, schnell rauszukommen. sehr merkwürdig. bin aufgewacht und wußte nicht, ob ich jetzt diesen film also machen sollte oder nicht. weiß nicht mehr oder wußte auch schon im traum nicht, worum es eigentlich ging.

worum geht es eigentlich?

"Ich vergehe! Ich leb' ja nicht ewig. Laß ab von mir, denn meine Tage sind nur noch ein Hauch."

was sollst du dazu sagen? weiß ich nicht. nichts. mach noch ein bißchen weiter. wir sehen uns bald. ich hab schon was, was ich dir vorlesen werde, wenn ich zurück bin.

bis dahin alles liebe. a.

p.s. meine haare stehen aber noch, aufrecht und zitternd, hier.






berlin, mutterzimmer


müßte irgendwann die kategorien ändern, anpassen, neu sortieren. zu faul, braucht sicher noch ewig.

fernseher instant-geschichten-maschine. daß geschichten immer neu erfunden werden müssen, sonst haben wir alle die gleiche. eben nicht die nächste beste auf der straße, frisch sucht ja auch lange nach der "richtigen" (). sich nicht zufrieden geben. die eigene erfahrung nicht zu niedrig schätzen - es ist nicht die eines anderen. paßformen. geschichte als backform, nein, als kuchen, dramaturgische backformen, hah, das wäre dann auch linienlos. es landet immer beim räumlichen.

aber auch nicht zu hoch schätzen, eine suppe aus singularitäten ist eben eine suppe, es gibt auch nicht nur einen stern am himmel (). erinnert mich an die hamvas-geschichte. nachschauen.

www.hamvaskarneval.mediatransform.de

sehr gesprochene sprache. merkwürdig alte seite mit kleinen verzweifelten elementen wie "sponsored by your name". alles sehr merkwürdig. glaubwürdige formen, unglaubwürdige formen, oder ein anschein von scharlatanerie - das würde ja dann zu diesem roman passen, nicht wahr? schade, daß ich kein geld habe.

als ob es eine lösung wäre, einfach neue kategorien einzuführen und auf die alten zu häufen. als wären haufen je eine lösung gewesen, sagte die ameise und ging nach hause.






wald weg


wie sich das weigert, eine erzählung zu werden, mein charmantes leben, dieser t-shirt-schriftzug, eine handvoll scherben im vakuum. wie soll man das denn aufschreiben, diese lückenkonsistenz, dieses verbindungssummen von strom, der auf den boxen liegt. diese beliebige sinnproduktion, die mich immer so beeindruckt, völlig unkörperlich, dabei ist das das einzige, das mir noch einen wiederstand anbietet, wenn ich genau lausche: mein körper hat noch ein leben, scheint es, das hat nur nichts zu tun mit dieser welt um mich herum. jetzt zum beispiel ist er müde.






bauch


es ist nämlich so warm, daß sogar der neue kuchen von mo abendsonnegoldene tropfen geschwitzt hat, vom rhabarber durch die baiser-schicht himmelwärts.






abendbrot


mo ist eine schüssel maisonne in den backofen gefallen und es wurde ein goldsüßer apfelkuchen, der jetzt hellwarm und duftend auf dem küchentisch steht und von sahnewolken und marienkäfergräsern singt.