zweikörperproblem

(gründe // Samstag, 25. Juni 2005, 18:22)

die liebe dramatisiert den tod, bannt und beschwört ihn. zwei körper, den leeren ort des anderen umkreisend und die blicke fest aufeinander geheftet, spielen eine verwechslungskomödie, sich für fixsterne oder trabanten haltend. um den bogen, den der seltsame attraktor [gott] unsichtbar in die zeit einzeichnet, legen sie ihre doppelhelix, den bauplan des lebens: ein todesszenario. die bannung, der glaube an kreuzung der bahnen, an berührungen, an zusammenstöße, streicht die zeit aus dem stück, die beschwörung aber schreibt das vergehen hinter dem rücken der sehnsucht sofort wieder ein: unüberwindbar spannt sich der raum zwischen kurven. ein drama: bauen und zerfallen von brücken in der zeit, ihr eisiges verbrennen.

oder weil sich das leben vom tod ernährt, ist liebe die sozialform eines nährstoffkreislaufs.



Please login to add a comment